Trennungsmediation – der kostengünstige Weg zur einvernehmlichen Scheidung

Eine Scheidung kann teuer werden und Menschen im Innersten zerrütten.
Vordergründig wird ein „Ehekrieg“ immer zur Behauptung eigener Positionen geführt, er dient der Verteidigung von Vermögenswerten, des bisherigen Lebensmodells, des Einflusses auf die Kindererziehung. Hinter dem Streit stecken aber auch Wut über erlittene Kränkungen, Enttäuschung über vermeintlich eigenes Versagen und Unverständnis über die Entscheidung des vormalig geliebten Ehepartners.
Eine Mediation kann helfen, diese Hintergründe des Streites offenzulegen und zu verstehen. So besteht die Möglichkeit, auf die guten Seiten der Ehe zurückblicken zu können. Schließlich ist es nicht ungewöhnlich, das selbst eine gute Ehe für einen Partner durch veränderte An- und Einsichten ihre Berechtigung verliert.
Schon Heraklit wusste zu berichten:“ Nichts ist beständiger als der Wandel“.

Mit dieser in einer Trennungsmediation gewonnenen Erkenntnis lassen sich für beide Partner tragfähige Kompromisse finden. Ein oft über die Kinder ausgetragener Streit kann vermieden werden.
In Zusammenarbeit zwischen Rechtsanwalt&Mediator und einem Notar wird eine Trennungsvereinbarung erstellt, welche einvernehmliche und verbindliche Regelungen zu allen Ehefragen enthält. Ist sodann nach dem Trennungsjahr die Scheidung gewünscht, kann diese kostengünstig und schnell durch den Rechtsanwalt&Mediator auf Grundlage dieser Vereinbarung beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden. Die Beauftragung eines zweiten Anwaltes ist dann für die Zustimmung zur Scheidung gem. § 114 Abs.4 FamFG nicht notwendig. Die Scheidung wird somit kostengünstiger und zudem deutlich schneller vollzogen.

Eine vorherige Trennungsmediation kann also helfen, die Nerven und den Geldbeutel zu schonen.

Mediation holt mehr heraus!

„Rücken Sie ruhig ein Stück auseinander“ sage ich oft zu den Medianten, welche nebeneinander vor mir Platz nehmen. „Mediation ist Selbstbehauptung – Sie müssen hier nicht zu Freunden werden.“

Oft kämpfe ich als Mediator mit dem Vorurteil, es solle doch nur ein „fauler“ Kompromiss gefunden, die Parteien zu einer Einigung überredet werden. Diesem Vorurteil kann ich aus Überzeugung und Erfahrung begegnen: „Mediation ist Selbstbehauptung, Mediation holt daher mehr für Sie heraus.“

Bei einer guten Mediation geht es in erster Linie darum, dass jede Partei ihre Sichtweise des Geschehens darlegen kann, ohne vom Gegenüber ständig unterbrochen oder mit Vorwürfen und Gegendarstellungen konfrontiert zu werden. Als Mediator führe ich die Partei dabei von der üblichen Formulierung offenkundiger und sicher schon zuvor im Streit geäußerter Positionen weg zu den dahinter liegenden Bedürfnissen. „Warum ist es so wichtig für Sie, dass ….“ ist eine zentralen Fragen in einer Mediation.

Jede Partei kämpft in dieser Phase der Mediation allein für ihre Interessen. Der Gegenüber soll bewusst ausgeblendet werden und seinerseits nur zuhören (nicht zustimmen!). Jeder Partei soll klar werden was sie will und warum sie es will. Dieses Bedürfnis gilt es im Wege der Selbstbehauptung zu vertreten.

Erst wenn beide Medianten sich sicher sind, ihre eigene Bedürfnisse umfassend geäußert zu haben und sich „verstanden“ fühlen, können neue Lösungswege gefunden werden. Diese führen dann oft zu einer Win-Win Situation – im Gegensatz zu den im reinen Positionsstreit vor Gerichten oft erzielten „faulen“ Kompromissen. Insofern lässt sich berechtigt sagen: „Mediation holt mehr raus.“

Mediation vor Gesellschaftsgründung

Eine gemeinschaftliche Unternehmung ist heutzutage schnell und kostengünstig gegründet. Egal ob nun GbR, UG oder gar eine kleine AG – dank gesetzgeberischer Vereinfachungen ist der Schritt zum Unternehmen gemeinsam mit einem oder mehreren Geschäftspartnern nicht sehr groß.

Aber während in Abstimmung mit dem Steuerberater, dem betreuenden Rechtsanwalt oder dem Notar oft an einer Vielzahl von Regelungen des Gesellschaftsvertrages gefeilt wird, vergessen die Gründer meistens Ihre wechselseitige persönliche Eignung für das Gemeinschaftsunternehmen nachhaltig zu prüfen. Daher sind Zerwürfnisse oft nach nur kurzer Zeit gar nicht so selten.

Zum Streit kommt es in der Regel zur denkbar ungünstigsten Zeit – nämlich wenn der angestrebte Geschäftserfolg nicht schnell genug eintritt oder einmal ausbleibt.
Gerade wenn geschlossenes, abgestimmtes und gemeinschaftliches Handeln gefragt wäre, treten die unterschiedlichen Auffassungen und Eigenheiten der Gesellschafter zu Tage und verhindern den Erfolg.

Dies ließe sich mit einer Präventivmediation vor Geschäftsgründung vermeiden. Ohne großen Zeit- und Kostenaufwand können die zukünftigen Geschäftspartner gemeinsam mit dem Mediator herausfinden, ob Ihre Ansichten, Bedürfnisse und Fähigkeiten zum gemeinsamen Geschäftsziel passen und ob es überhaupt identische Auffassungen zum Geschäftsziel gibt.

Ein altes deutsches Sprichwort sagt: „Sei vor dem Schaden klug“ . Was immer damit gemeint war, die Präventivmediation vor dem Eingehen einer geschäftlichen Partnerschaft hätte wohl den Kern getroffen.